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Chatbot-Typen Nr.2 – Vertrieb Usecases

Zur Erinnerung, ich veröffentliche gerade eine Artikel-Serie zu den unterschiedlichen Chatbot Typen. Dazu habe ich zunächst alle Bot in die folgenden 3 Usecases unterteilt:

  1. Marketing
  2. Vertrieb
  3. Service

Im letzten Artikel ging es ausschliesslich im Marketing Bots. Nun folgende die Vertriebs-Chatbots:

 

1. INFO BOT

Der Info Bot hilft Kunden, indem er über Produkte und Dienstleistungen informiert. Im Anschluss wird der Kauf angeregt, der aber außerhalb des Bots (zum Beispiel im Online-Shop, im stationären POS etc.) durchgeführt wird. Der Info Bot ähnelt dem Guidance Bot aus dem Marketing, unterscheidet sich aber insofern von ihm, da es sich nicht um inhaltliche Tipps und Vorschläge wie Rezepte handelt, sondern vielmehr um Informationen die direkt auf das Produkt bezogen sind. Der Kunde befindet sich zu diesem Zeitpunkt bereits an einem anderen Punkt der Customer Journey: Er hat sich für eine Marke oder ein Produkt entschieden und möchte nun zum Beispiel den Preis, Eigenschaften oder den genauen Standort erfahren. Der Bot soll schnell und kompetent Antworten liefern, damit die Kunden kurz vor dem Kauf nicht zu einem Konkurrenzprodukt oder einer anderen Marke wechseln.

 

2. ORDERING BOT

Der Ordering Bot führt hauptsächlich durch den Kaufprozess und fragt dabei alle notwendigen Daten der Kunden ab. Am Ende verschickt er ein Ticket, einen Code oder eine Bestellbestätigung. Im Nachgang können zum Beispiel Updates zum Lieferzeitpunkt ebenfalls via Bot empfangen werden.

Beispiele sind: Burger King, Domino’s , PizzaHut

 

3. SUGGESTION BOT

Der Suggestion Bot kann zum Beispiel als Geschenk-Assistent oder Mode-Berater dienen: Er hilft aus den Produkten das passende Geschenke oder Kleidungsstück für den jeweiligen Anlass und die jeweilige Person zu identifizieren. Im Anschluss wird der Kauf im Bot abgeschlossen –nicht ohne erhebliche Up- und Cross-Selling-Chancen zu realisieren. Es gibt einige Überschneidungen mit dem Guidance Bot aus der Kategorie Marketing. Der Suggestion Bot fokussiert jedoch den Kauf. Besonders im Bereich Make-up & Fashion nutzen Anbieter diesen Ansatz. H&M zum Beispiel hat einen Bot erstellt, der anhand eines Kleidungsstücks ein ganzes Outfit zusammenstellen kann und das persönliche Umstyling begleitet. In der Schweiz ist der Chatbot von Geschenkidee.ch sehr bekannt.

 

4. VERGLEICHSPORTAL BOT

Der Vergleichsportal Bot vergleicht die Online-Angebote auf Vergleichsportalen (zum Beispiel für Flüge, Hotelübernachtungen, Bars, Filme, Games, Wohnungen, Kreditkarten-Anbieter bis hin zu Events), liefert zusätzliche Informationen und zeigt das beste oder günstigste Ergebnis der Recherche. Auch ein Preis-Alarm kann eingestellt werden, um kein Angebot zu verpassen. Je nach Channel sind auch Gruppen-Chats möglich, in denen zum Beispiel die Reiseplanung und Buchung gemeinsam erfolgen kann. Am Ende des Vergleichs wird der Kauf angeregt oder gar abgeschlossen. Skyscanner hilft dabei günstige Flüge zu identifizieren – für Nutzer, die nicht wissen wo es hingehen soll, schlägt der Bot Ziele anhand des nächstgelegenen Flughafens und den günstigsten Angeboten vor.

 

 

Ich hoffe, dieser Artikel hat Ihnen eine Übersicht über Chatbots für den Vertrieb gegeben.

Falls Sie meinen 1. Artikel zu den Marketing Chatbots noch nicht kennen, können Sie ihn hier nochmal lesen.

Im nächsten Artikel folgen dann die unterschiedlichen Typen von Sales-Bots.

Chatbot-Typen Nr.1 – Marketing Usecases

In meinen nächsten 3 Artikeln zu Chatbot-Typen, starte ich den Versuch die unterschiedlichen Arten von Bots in Gruppen zu clustern.

Ich clustere Chatbots dazu in 3 Usecase Gruppen:

  1. Marketing
  2. Vertrieb
  3. Service

In diesem Artikel nenne ich ausschliesslich die Chatbot-Typen, die sich für Marketing Usecases eignen.

 

1. PUBLISHER BOT

Der Publisher Bot übermittelt vor allem informierenden Content von Unternehmen an Kunden – ähnlich wie ein digitaler Newsletter. Dabei handelt es sich meist um aktuelle Nachrichten über das Unternehmen, die Branche, Angebote oder neue Produkte. Medienunternehmen nutzen diese Bots als zusätzliches Service-Angebot für ihre aktuellen und potenziellen Kunden.

Viele Medienunternehmen (TV- und Radiosender, sowie Zeitungen) haben sogenannte News Bots – eine spezielle Form der Publisher Bots, die regelmäßig personalisierte Breaking News oder Stories senden. Ein Beispiel ist hier der CNN Bot.

 

2. GUIDANCE BOT

Der Guidance Bot liefert Kunden beratenden Content. Dabei handelt es sich meist um Tipps und Vorschläge, wie Produkte ideal eingesetzt werden können. Beliebt ist auch eine allgemeine Beratung (zum Beispiel in Form von Rezeptvorschlägen), die Produkte des Unternehmens beinhaltet oder empfiehlt.

Als Beispiel dient hier der Maggi Chatbot, welchen ich hier bereits beschrieben habe.

 

3. FUN BOT

Der Fun Bot liefert unterhaltenden Content, hauptsächlich um aktuelle Angebote und neue Produkte eines Unternehmens zu bewerben und die Reichweite zu erhöhen. Der Bot definiert sich durch den intensiven Einsatz von Medien und hat tendenziell einen eher informellen Charakter. Dabei muss er keine spezifische, oder sinnvolle Aufgabe für den Nutzer erfüllen – er kann einfach nur unterhalten und Spass machen. Für die Bewerbung und Ergänzung von Filmen und Serien eignen sich Fun Bots besonders. So wurden für die Filme „Zootopia“ (Disney) und „Unfriend“ (Universial Studios) sowie zur National Geographic Serie „Genius“ Chatbots programmiert, durch die die Nutzer mit einem der Charaktere sprechen und teilweise mit dem Film oder der Serie inhaltlich abgestimmte Rätsel lösen konnten. Unilever entwickelte einen Bot, der Kinder mit virtuellen Spielen, Bildern und Abzeichen für das regelmäßige, ausführliche Zähne putzen (und „Im-Bot-vorbeischauen“) belohnt.

 

4. LOYALTY BOT

Kunden können im Loyalty Bot Coins oder Treuepunkte sammeln, indem Sie beispielsweise einen Code von der Produktverpackung eintippen oder einscannen. Mit diesen Punkten können Prämien erworben oder andere Vorteile erzielt werden. So werden durch den Loyalty Bot Leads generiert und die Brand Loyalty gestärkt. Diese Form des Bots setzt bereits ein höheres Interaktions-Niveau voraus, als zum Beispiel der Publisher Bot: Der Kunde muss Produkte erwerben und im Anschluss im Bot reagieren.

 

Ich hoffe, dieser Artikel hat Ihnen eine Übersicht über Chatbots für das Marketing gegeben. Im nächsten Artikel folgen dann die unterschiedlichen Typen von Vertriebs-Bots.

Chatbots mit oder ohne KI

Die Frage, ob ein Chatbot künstliche Intelligenz (KI) besitzen sollte oder nicht, wird immer wieder gestellt. Und es gibt meiner Meinung nach keine Pauschalantwort.
Bei den meisten Usecases empfehle ich, die Fortschritte der Artificial Intelligence (AI) zu nutzen.

Im folgenden Artikel gebe ich Ihnen eine Einführung, was es bedeutet einen Chatbot mit oder ohne KI zu entwickeln und worin die einzelnen Vor- und Nachteile liegen.

Nochmal zur Wiederholung: Was macht ein Chatbot eigentlich im sichtbaren Bereich?

Ein Chatbot funktioniert ähnlich, wie ein Mensch: Startet der User einen Chat mit dem Bot, geginnt er eine natürlich Konversation. Dies könnte beispielsweise so aussehen: „Wann hat Ihr Geschäft Morgen geäffnet?” Daraufhin antwortet der Chatbot, basierend auf den Informationen, die ihm dabei zur Verfügung stehen: „Unser Geschäft öffnet morgen um 9 Uhr und schließt um 17 Uhr“. Der User ist happy und beendet das Gespräch oder stellt weitere Fragen.

 

Was passiert nun aber im Hintergrund des Chatbots, also in dem Teil, den wir nicht sehen können? 

 

Und nun müssen Sie sich entscheiden, ob Sie einen Bot mit Künstlicher Intelligenz haben möchten oder einen Bot, der auf strukturierten Fragen und Antworten basiert.

Generell gilt, Chatbots, die aus strukturierten Fragen bestehen, sind weniger komplex. Für einen sehr einfachen Usecase können sie sogar ausreichen.
Sobald Ihr Bot aber mehr Fragen beantworten soll und der User auch die Freitexteingabe nutzen möchte, empfehle ich einen AI basierten Bot zu wählen.

 

Wie sieht ein einfacher, strukturierter Bot aus?

Ein solcher Bot verfügt über eine kleine Wissensbasis mit beschränkten Fähigkeiten. Diese Wissensdatenbank muss im Voraus von uns Menschen erstellt wurden sein. Das heisst wir definieren Fragen, die der User stellen könnte und schreiben die passenden Antworten dazu.
Der Bot kann dann den korrekten Output nur zu spezifischen Instruktionen geben. Mit anderen Worten die gestellten Fragen müssen im Voraus von uns Menschen programmiert sein. Nehmen wir den Wetter-Bot als Beispiel. Die Frage „Wird es morgen regnen?“ kann er leicht beantworten. Ist der Chatbot jedoch nicht darauf programmiert kann die Frage „Werde ich morgen einen Schirm brauchen?“ zu Verwirrung führen. Der Chatbot würde wahrscheinlich mit einem „Tut mir leid, ich habe die Frage leider nicht verstanden“ antworten. Der Bot kann nur so viel wissen, wie wir ihm vorher gesagt haben.
In diesem Fall empfehle ich meist den Chatbot mit Buttons oder einem vorgegebenen Menü zu gestalten, sodass der User nur Sachen fragen kann, die der Bot schon kennt.

Diese Art von Chatbots werden oft auf Messenger Plattformen, wie Facebook implementiert, wenn User nicht unbedingt viel mit dem Bot interagieren müssen. Zum Beispiel um Newsletter Anmeldungen zu generieren.

 

Und wie sieht nun ein KI gesteuerter Bot aus?

Die Art von Chatbots versteht menschliche Sprache und benötigt daher keine ganz so spezifischen Usereingaben. Nehmen wir das Beispiel mit dem Regen von oben, dann hätte ein KI basierter Bot sofort Schirm mit Regen und Regen mit Wetter verknüpft und hätte dem User gesagt, ob es regnen wird oder nicht. Mit anderen Worten eine Abweichung der Standardfrage bringt sie nicht unbedingt durcheinander.
Chatbots die auf maschinellem Lernen basieren werden mit jeder Interaktion klüger. Der Aufwand hinter diesen Chatbots ist grösser als bei strukturierten Bots, aber der Vorteil ist, dass sie für komplexere Themen genutzt werden können.

Hinter dem besseren Verständnis des Chatbots für natürliche Sprache steckt „NLP“ (Natural Language Processing). NLP ist ein Teilgebiet von maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz.
Natural Language Processing hilft den Bots dabei, den Wunsch des Users zu analysieren und nach einer Semantik zu suchen.
NLP setzt sich aus drei Komponenten zusammen. Natural bezieht sich auf etwas Natürliches, also eigentlich das Gegenteil von künstlich geschaffenen Helfern wie den Chatbots. Language bezieht sich auf die Sprache. Processing bezieht sich darauf, wie diese natürliche Sprache von der künstlichen Intelligenz verarbeitet wird. Wir können NLP daher als eine Bedienungsanleitung für das Verstehen und das Kommunizieren ansehen.
Durch eine Kombination von NLP und maschinellem Lernen werden Chatbots zu besseren Assistenten und können weit mehr als strukturierte Bots. Das Kommunizieren geht weit über einen einfachen Dialogbaum des strukturierten Bots hinaus.
Die intelligenten Chatbots können die menschliche natürliche Sprache erkennen und entsprechend reagieren. Dadurch sind sie zum Beispiel auch in der Lage, Mehrdeutigkeiten zu erkennen oder die emotionale Komponente eines Themas zu erkennen, über das der Mensch spricht.
NLP-Algorithmen basieren auf maschinellen Lernalgorithmen und hier gilt: Je mehr Daten analysiert werden, desto exakter kann der Bot reagieren.
Der erste Schritt bei einem AI Bot, besteht darin, unsere menschlichen Eingaben in einen verständlichen Kontext für den Chatbot umzuwandeln. Dazu braucht es eine Art Dolmetscher, der Menschensprache in Botsprache übersetzt. Man nennt dies auch den Dekodierer. Der Dekodierer sorgt dafür, dass die Sprache bzw. der Text analysiert werden können. Nachdem der Bot verstanden hat, was der User von ihm will, kann er auf Basis von seinem Gelernten, also auf Basis von vorherigen Gesprächen, eine Antwort geben.

 

Sie werden schnell merken, die Möglichkeiten solcher Bots sind unendlich. Aber starten sie erst Mal mit einem kleinen Usecase, dann können Sie diesen beliebig weit ausbreiten (Hierzu ist auch mein Artikel zu Chatbot-Erwartungen hilfreich)

Chatbots – Erwartungen klar definieren, Enttäuschungen vermeiden!

Leider gibt es immer wieder Leute, die mir sagen wie enttäuscht sie von dem einen oder anderen Chatbot sind. Daraufhin folgt immer die Frage “Wann kommt endlich ein perfekter Chatbot?”.

Die Frage nach dem PERFEKTEN Chatbot ist schwer zu beantworten. Aber ich bin der Meinung die Enttäuschung der User können wir als Chatbot- Designer bzw. Chatbot-Entwickler mit einfachen Mitteln reduzieren.

Wenn wir mal überlegen, wann Enttäuschungen entstehen, dann merken wir schnell, das diese unguten Gefühle nur die Folge einer falschen Erwartungshaltung sind.

Für uns als Chatbot-Designer bedeutet dies, dass wir bei der Konzeption von digitalen Assistenten (Chatbots) von Anfang an die Erwartungen der User klar einschränken müssen.

Die User müssen von Anfang an wissen, dass sie mit einer Software kommunizieren und sie müssen wissen für welche Themen und Anfragen die Software entwickelt ist.

Möglich ist zum Beispiel, dass sich der Bot direkt bei Gesprächsbeginn vorstellt und seinem User erklärt wozu er gebraucht werden kann.

Ich zeige Ihnen hier ein Beispiel des neusten Chatbots der Raiffeisen Bank. Der Bot namens Casalino sagt seinen Usern von Anfang an, dass er noch sehr “neu” ist und eigentlich zunächst ein Experiment ist. Er gesteht den Usern, dass er lediglich einen Raiffeisen-Berater oder eine -Beraterin finden kann sowie eine Hypothek berechnen kann.

Es ist legitim, wenn die erste Version Ihres Chatbots nur über sehr begrenzte Fähigkeiten verfügt. Wichtig ist, dass Sie dies von Anfang an kommunizieren.

Worin liegen nun die Vorteile, eines so begrenzten Chatbots?
– Sie als Unternehmen starten mit einem kleinen Budget und tasten sich langsam an das Thema “Chatbot” heran
– Schon bei der Entwicklung des ersten Chatbots machen Sie wichtige Learnings und sammeln viele Daten, die Ihnen bei Weiterentwicklungen hilfreich sein werden
– Ihre User gewöhnen sich schrittweise an die Kommunikation mit einem Computer vs. einem Menschen.

Wessen Aufgabe ist es, die Erwartungen in die richtige Weise zu lenken?
Meiner Meinung nach sind hier vor allen Usability- und Design- Experten gefragt und weniger die Software-Entwickler. Ich empfehle immer zunächst ein Konzept und eine Strategie für den Chatbot zu entwicklen, bevor es dann in die Umsetzungsphase geht.
Bei der Umsetzung sind dann natürlich gute Entwickler gefragt, die die definierten Features fehlerfrei umsetzen.

Haben Sie Fragen oder Feedback zu diesem Thema. Dann schreiben Sie mir: sophie@hundertmark.ch
Ich freu mich auf Sie!

Artificial Intelligence im Marketing – Wieviel Mensch braucht es noch?

Wenn wir darüber nachdenken Artificial Intelligence für Marketingaktivitäten einzusetzen, kommen wir schnell zur Frage, was kann die KI (Künstliche Intelligenz) bereits alles alleine und wozu wird der Mensch noch benötigt. Oder anders gefragt, verlieren alle Marketing-Assistenten ihren Job, sobald ihr Chef AI gesteuerte Tools und Helfer für das Marketing einsetzt?

Zuerst einmal kann ich alle Marketing-Mitarbeitende beruhigen: Wenn wir uns heute anschauen, wo im Marketing künstliche Intelligenz schon eingesetzt wird und was konkret mit den neuesten Tools möglich ist, dann sehen wir ganz schnell, dass der Mensch so schnell nicht komplett ersetzt werden kann.

Bei der Analyse der zum Einsatz kommenden Tools können wir zwischen zwei Arten unterscheiden:

 

1. Artificial Intelligence zur Unterstützung des Marketing Teams

AI gestützten Tools bieten uns Gelegenheiten für Massnahmen, die ohne künstliche Intelligenz gar nicht möglich wären. Diese Arten von Tools können also gar nicht als “Konkurrenz” zum Menschen gesehen werden, sondern eher als Ergänzung zum menschlichen Mitarbeitenden. Sie helfen uns nämlich unsere Arbeit noch besser zu machen und das Marketing präziser und effizienter an die jeweilige Zielgruppe anzupassen.

Ein Beispiel ist hier evergage. Mit evergage lässt sich in Echtzeit herausfinden, wann ein User kurz davor ist die Website zu verlassen. Zusätzlich findet das Tool heraus wofür sich der User interessiert und kann ihm hierzu passenden Content bieten, der das Verlassen der Website verhindern soll. Für einzelne Marketing Manager wäre es viel zu umständlich dies von jedem Website Besucher in Echtzeit herauszufinden und auch noch passend darauf zu reagieren. Das AI gesteuerte Tool ermöglicht hier also völlig neue Marketing Massnahmen.
Doch bei genauem Überlegen wird schnell deutlich, dass evergage ohne die Unterstützung von Menschen gar nicht funktionieren würde. Es braucht immer Mitarbeitende, die das Tool einrichten, testen und überprüfen. Beim Einrichten werden zunächst wichtige Regeln definiert, die besagen, wann das Tool welche Aktion ausführen soll. Dies kann zum Beispiel bedeuten, dass ein Website-Besucher, der sich auf der Seite eines Autoherstellers für Autos ab einer definierten Preisklasse interessiert, kurz vor dem Verlassen der Website, eine gesonderte Kondition für die Ratenzahlung gezeigt bekommt.

 

2. Artificial Intelligence Tools, die den Menschen ersetzen

Bei der zweiten Art von AI basierten Tools wird die AI dazu eingesetzt, um einzelne Aufgaben, die sonst vom Menschen erledigt werden, nun mittels eines Algorithmus bzw. einer intelligenten Software abzuwickeln. Das heisst, hier werden einzelne Aufgaben, für die ursprünglich Marketing Assistenten benötigt wurden, nun von künstlicher Intelligenz erledigt und die Menschen können sich mit wichtigeren Aufgaben befassen.

Dies zeigt sich beispielsweise bei dem Tool SocialzierHub. Das Tool hilft mittels eines Algorithmus die Reichweite und die Zahl der Follower in den Social Media zu steigern. Hierzu werden automatisch zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Inhalte auf der richtigen Plattform veröffentlicht, sodass die definierte Zielgruppe diese dann im richtigen Moment liest und idealerweise mit dem Content interagiert. Bislang mussten Posts immer noch von Menschen konzipiert und ausgelöst werden, nun kann dies von einer intelligenten Software übernommen werden.
Zwar gilt auch hier, wie im obigen Beispiel, dass die Software von einem Menschen bedient werden muss, aber vielmehr können die Massnahmen, die diese Software durchführt auch klassisch von Marketing Assistenten durchgeführt werden.

Ein weiteres Beispiel stellen AI-basierte Chatbots sogenannte intelligente Assistenten dar. Die Einsatzfelder von Chatbots im Business sind sehr breit gefächert. Im Bereich Marketing übernehmen Bots oft die Aufgabe der Leadgenerierung bzw. Leadidentifikation oder das Cross- und Up-Selling. Dank der intelligenten Software haben Kunden rund um die Uhr die Möglichkeit mit dem Unternehmen in Kontakt zu treten. Gleichzeitig kann auch das Unternehmen zu jeder Zeit mit dem User in Kontakt treten. Früher mussten Menschen an einem Livechat sitzen und die zum Teil sehr einfachen Fragen der User beantworten und sie dann auch noch zu einer Conversion motivieren. Heute können einfache Fragen problemlos von Bots beantwortet werden und in vielen Fällen können Chatbots die User sogar zu einer Conversion motivieren. Gemeint ist hier zum Beispiel die Anmeldung für einen Newsletter, das Hinterlassen der Kontaktdaten oder sogar der Kauf von einem Produkt.
Alle diese Tätigkeiten können zwar von Menschen übernommen werden, erfordern aber sehr viele Ressourcen. Weiter sind Menschen oft gelangweilt, wenn sie den Usern immer wieder die gleichen Antworten geben müssen. Chatbots sind nie gelangweilt!

 

Wer leistet die qualitativ bessere Arbeit?

Nun stellen wir uns die Frage nach der Qualität. Ein Mensch oder eine Software? Die Software handelt immer basierend auf einem Algorithmus, also auf fixen Regeln. Diese werden zwar mittels Machine Learning regelmässig verbessert und optimiert, um den menschlichen Entscheidungen immer mehr zu ähneln. Aber bislang ist die Forschung noch nicht so weit, dass die Software persönliche Gefühle und Emotionen integriert. Maschinen werden auch nicht müde, sondern liefern ohne Schlafpausen immer die gleiche Qualität. Diese Tatsache führt mich zur Aussage, dass, wenn die Marketing Aktivitäten durch “einfache” regelbasierte Events definiert werden können, künstliche Assistenten meist die bessere Wahl sind. Sie bieten eine konstante und langanhaltende Qualität. Geht es jedoch um persönliche Beziehungen oder sind die Aktivitäten an einzelne Menschen gebunden, wie zum Beispiel eine persönliche Empfehlung durch einen Kundenberater, dann bringen Menschen immer noch die bessere Qualität.

 

Was erwartet Marketing-Teams in der Zukunft?

Bis der Mensch komplett von einer intelligenten Software ersetzt werden kann und die Marketingaktivitäten eines Unternehmens nur noch mit AI (Artificial Intelligence) durchgeführt werden, dauert es sicher noch einige Zeit. Und bis dahin lässt sich der Mensch nicht ersetzen, sondern wirkt sogar noch unterstützend und als gutes Vorbild, wenn es um die Entwicklung neuer intelligenter Marketingtools geht.

 

Für alle, die mehr zu diesem Thema erfahren möchten, findet am 27. März die erste AI in Marketing Conference in Zürich statt. www.ai-zuerich.ch

Neue Mitarbeiter in Sozialen Netzwerken finden – Ja, es geht!

Wenn ich meine Freunde und Kollegen frage, wo sie ihren aktuellen Job gefunden haben, höre ich immer öfter „LinkedIn“. Und ja es stimmt, immer mehr Menschen finden ihren Traumjob in den Sozialen Medien.

Warum ist das so?
Auch wenn es etwas beängstigend ist, aber die Social Medias und Google kennen uns meist besser, als wir es gern hätten.
Dies zeigt sich bei der Suche nach einem passenden Kinofilm, einem neuen Kleidungsstück und eben auch bei der Jobsuche.
Die Sozialen Netzwerke kennen unsere Einstellungen, Vorlieben und sogar unsere Fähigkeiten. Da liegt es nahe, dass sie uns schnell und oft sehr treffend passende Jobs vorschlagen können.

Die meisten von uns sind ohnehin jeden Tag mehrere Stunden in den Social Medias unterwegs, also warum nicht auch direkt hier auf Jobsuche gehen? Anstatt stundenlang auf Corporate Websites zu suchen oder lange Jobplattformen zu durch suchen können wir auch direkt auf LinkedIn, Xing oder sogar Facebook einen passenden Job ausfindig machen

 

Doch was bedeutet dieses veränderte Suchverhalten für Sie als Arbeitgeber?

Sie müssen anfangen, sich ein vertrauenswürdiges und überzeugendes Profil in den Social Medias zu machen.
Damit meine ich nicht, dass Sie eine Seite mit Ihrem Unternehmensnamen und Ihrem Logo veröffentlichen sollen, sondern dass Sie sich umfangreich, wie Sie es auf Ihrer Website tun, präsentieren.

Schreiben Sie Ihre Werte und Visionen auf Ihr Profil. Veröffentlichen Sie regelmässig neue Mitteilungen und Updates von Ihrer Unternehmensseite.
Und ganz wichtig, vergessen Sie nicht, Ihre bestehenden Mitarbeiter zu motivieren mitzumachen. Jeder Mitarbeiter sollte Ihrem Unternehmensprofil folgen und als Mitarbeiter eingetragen sein. Relevante Unternehmens-Updates sollen auch von den einzelnen Mitarbeitern weiter geteilt werden.

Nutzen Sie auch die Tools zur Stellenausschreibung. LinkedIn und Xing bieten viele Möglichkeiten, um direkt Stellenausschreibungen auf den Plattformen zu präsentieren, entweder in Ihrem Profil oder sogar in einzelnen Gruppen.
ABER Achtung: Ich habe gerade wieder erlebt, dass ein Sales-Mitarbeiter einer bekannten Social-Media Plattform einem Kunden ein zusätzliches Werbebudget für CHF 50.000 empfohlen hat. Überlegen Sie sich 2 mal, ob Sie wirklich so viel Budget in die Findung neuer Mitarbeiter investieren wollen, wenn es vielleicht auch ohne geht.

Weiter sollten Sie überlegen, auf welcher Plattform Sie als Arbeitgeber aktiv sein wollen? In den meisten Fällen empfiehlt es sich auf mindestens 2 Plattformen aktiv zu sein. Denken Sie darüber nach, wo Ihre Zielgruppe ist.
Suchen Sie zum Beispiel neue Mitarbeiter in der Pflege, könnten Instagram und Facebook für Sie das richtige sein. Suchen Sie eher Management-Personen, bietet LinkedIn oder auch Xing optimale Möglichkeiten.

 

Pull oder Push?
Ihr Ziel sollte Pull sein. Das heisst, im Idealfall kommen potentielle Bewerber auf Sie zu. Falls dies jedoch nicht der Fall ist, steigen Sie auf die Push-Strategie um. Suchen Sie im LinkedIn oder Xing nach Kandidaten, die zu Ihrem Unternehmen passen. Sie können sehr genau nach Branche, Ausbildung oder Erfahrung filtern und so potentielle neue Mitarbeiter finden. Anschliessend schreiben Sie die interessanten Leute an und erzählen Ihnen von Ihrem Anliegen. Nehmen Sie dazu das Profil derjenigen Person, die schlussendlich auch für den Recruiting-Prozess zuständig ist.

 

Und nun?
Zögern Sie nicht lange, sondern starten Sie Ihr Arbeitgeber Profil zu optimieren!
Wenn Sie jetzt diesen Artikel gelesen haben, aber noch eine Starthilfe benötigen, melden Sie sich gern bei mir sophie@hundertmark.ch .

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